Wissensimpulse & begleitende Ressourcen

In meiner Praxis erlebe ich täglich, wie wertvoll kleine, gezielte Impulse im Alltag sein können.

Hier findest du ausgewählte digitale Praxishilfen, die dich und dein Tier zwischen den Terminen begleiten – verständlich, alltagstauglich und mit therapeutischem Blick entwickelt.


Hund

Ob Unverträglichkeiten, Verhaltensauffälligkeiten oder körperliche Beschwerden – Hunde zeigen oft feine Signale, wenn etwas im Ungleichgewicht ist. Hier erfährst du, wie du die Gesundheit deines Hundes natürlich stärken, vorbeugen und sanft begleiten kannst. 

Pferd

Das Wohlbefinden deines Pferdes hängt eng mit Haltung, Fütterung und feinen körperlichen Ausgleichsprozessen zusammen. In dieser Rubrik findest du Wissenswertes rund um naturheilkundliche Unterstützung, Stoffwechsel, Muskulatur und Stressbewältigung beim Pferd. 

Huhn

Hühner sind robust – aber nicht unverwundbar. Hier geht es um artgerechte Hühnerhaltung, häufige Gesundheitsprobleme im Kleintierbestand und naturheilkundliche Tipps zur Stärkung von Immunsystem und Wohlbefinden deiner gefiederten Freunde. 

Was ist ein Tierheilpraktiker (THP)? Woran erkenne ich einen guten Tierheilpraktiker?

Ein gut ausgebildeter Tierheilpraktiker füllt mit seinem umfassenden Aufgabengebiet eine wichtige Aufgabe in der Veterinärmedizin aus - mit einem eigenständigen Angebot und als interdisziplinäre Brücke.

 

 

Im Rahmen seiner Möglichkeiten und seines speziellen Fachgebietes untersucht er das Tier in seiner Gesamtheit nach alternativ- und schulmedizinischen Gesichtspunkten. Im Anschluss an die Untersuchung wird ein individueller Therapieplan nach alternativmedizinischen Gesichtspunkten erstellt und das Tier behandelt. Alternativ wird an einen Fachmediziner weitergeleitet, mit dem dann in guter Zusammenarbeit, ein interdisziplinärer Therapieplan erstellt und durchgeführt werden kann. Ein fundiert ausgebildeter und umsichtiger Tierheilpraktiker wird immer das Wohl des Tieres in den Fokus seiner Behandlung stellen und dieses in seinem Gesamten betrachten und nicht nur das vermeintlich vorliegende Problem. 


Leider zählt der Beruf des Tierheilpraktikers bislang noch nicht zu den anerkannten Ausbildungsberufen was dazu führt, dass im Grunde genommen jeder dem danach ist naturheilkundlich an Tieren praktizieren darf. Um dieser Problematik entgegenzuwirken haben sich einige Tierheilpraktiker Verbände zusammengeschlossen und entsprechende Rahmenlehrpläne und eine Zertifizierung konzipiert. Dies ermöglicht eine einheitliche und fundierte Ausbildung, trägt zur Qualitätssicherung des Berufes bei und gewährleistet eine umfassende Beratung der Tierhalter und eine kompetente Behandlung zum Wohle des Tieres. Die auf diesen Lehrplänen basierende, praxisbezogene Ausbildung dauert etwa 2 Jahre und endet mit einer Abschlussprüfung und anschließender Zertifizierung beim entsprechenden Verband. 


Was macht eigentlich ein THP? 

Ein Tierheilpraktiker betrachtet dein Tier im Gesamten und auch die Behandlung erfolgt ganzheitlich. Das bedeutet, dass wir uns dein Tier und seine Umwelt im Gesamten angucken um die Ursache einer Krankheit zu erkennen. Ist die Ursache gefunden können wir gezielt mit naturheilkundlichen Mitteln die Erkrankung therapieren, lindern und heilen. Ziel der alternativen Tiermedizin ist es die Regulationsprozesse zu aktivieren und hiermit die Selbstheilungskräfte des Organismus zu stärken und zu steuern. Besonders chronische Erkrankungen lassen sich mit der alternativen Tiermedizin gut unterstützen. 
 
Neben der akuten Behandlung steht dir dein Tierheilpraktiker auch bei Fragen zu Verhaltensauffälligkeiten, Gesundheitsvorsorge wie z.B. Wurmkuren, Wiederaufbau der Darmflora, Stärkung des Immunsystems etc. zur Seite. Im Bereich der Allergien, die leider auch in der Veterinärmedizin immer mehr zunehmen, kann eine Hyposensibilisierung mittels Homöopathie therapeutisch begleitet werden. 
 
Neben der klinischen Untersuchung am Tier und einem ausführlichen Anamnesegespräch gehört auch die Labordiagnostik, wie Blutentnahmen und Kotuntersuchungen mit zu den Tätigkeiten eines Tierheilpraktikers. 
 
Wie in vielen anderen Berufen gibt es auch in der alternativen Tiermedizin Fachbereich auf die man sich jeweils spezialisieren kann. Hier wären als Hauptbereiche die Homöopathie, Traditionelle Chinesische Veterinärmedizin oder die Traditionelle Europäische Naturheilkunde mit ihren jeweils eigenen, speziellen, alternativmedizinischen Gesamtsystemen zu nennen. 

 

Wieso überhaupt zum THP? 

Im Grunde kann man mit fast allen veterinärmedizinischen Anliegen zu einem Tierheilpraktiker gehen. Insbesondere wenn einem eine ganzheitliche Behandlung lieber ist, als eine reine symptombezogene Behandlung, wie es in der Schulmedizin oft der Fall ist. 
 
Der Besuch beim Tierheilpraktiker kann bei kleineren Wehwehchen, akuten Verletzungen oder bei chronischen, bereits lang andauernden Erkrankungen hilfreich sein. Die alternative Veterinärmedizin bietet viele gute Möglichkeiten um Erkrankungen auf sanfte Weise, möglichst nebenwirkungsarm und nachhaltig zu behandeln, da hier der Fokus auf dem Tier im Gesamten als eine Einheit und auf der Ursache des Problems gelegt wird. 
 
Als Beispiele seien hier genannt: 
Die Behandlung von Arthrose mit Blutegeln, kann längerfristig die Schmerzen reduzieren und den Gebrauch von Schmerzmitteln, welche bei Dauergabe weitere Erkrankung zur Folge haben können, reduzieren oder auch ganz vermeiden. Auch eine Operation kann mit Hilfe von Blutegeln vermieden werden. 
 
Die chronische Bronchitis lässt sich ebenfalls sehr gut mit Hilfe der Phytotherapie, also mit Kräutern die zum Beispiel die Schleimabsonderung unterstützen behandeln. 

Wann ist ein Besuch beim THP sinnvoll, wann besser zum Tierarzt?

Bei lebensbedrohlichen, medizinischen Notfälle ist es unabdingbar zu einem Tierarzt zu gehen. Im Anschluss an die Notfall-Behandlung jedoch kann der Tierheilpraktiker wieder unterstützen und zum Beispiel dem Immunsystem wieder auf die Sprünge helfen. 

Zu den medizinischen Notfällen gehören unter anderem Kreislaufkollaps, Vergiftungen, starke Blutungen, Magendrehung, Darmverschluss, Kolik etc. 

 

So wie der Tierarzt ist auch der Tierheilpraktiker an das Tierschutzgesetz, das Tierarzneimittelgesetz und das Betäubungsmittelgesetz gebunden. Im § 5 des Tierschutzgesetzes findet man z. B. das "an einem Wirbeltier ein mit Schmerzen verbundener Eingriff ohne Betäubung nicht vorgenommen werden darf. Die Betäubung eines warmblütigen Tieres ist von einem Tierarzt vorzunehmen" und § 13 des Betäubungsmittelgesetzes besagt, dass "Betäubungsmittel nur von Tierärzten… verschrieben bzw. angewendet werden dürfen." Somit darf der Tierheilpraktiker also keine Behandlungen durchführen, die in irgendeiner Weise eine Betäubung notwendig machen wie zum Beispiel Operationen oder Euthanasie. Im Anschluss an eine Operation kann der Tierheilpraktiker aber auf jeden Fall unterstützend tätig werden - idealerweise in guter Zusammenarbeit mit dem Tierarzt gemeinsam. Auch Impfungen oder die Verabreichung bestimmter Wurmkuren unterliegt den Tierärzten.